Intensiver Austausch über biologische Forschungsdaten: Zwei Konferenzen bringen Aktive aus Entwicklung und Forschungspraxis zusammen
Zwei Konferenzen, ein gemeinsames Ziel: Im September brachte die Biodata Interest Group Forschende, Entwickler:innen und Anwender:innen in Gatersleben und Aachen zusammen, um den Austausch und die Zusammenarbeit rund um biologische Forschungsdaten zu stärken.
Sechs NFDI-Konsortien bündeln innerhalb der sogenannten Biodata Interest Group der NFDI Kräfte und Expertise, um gemeinsame Forschungsdatenmanagement-Strategien, Services und Infrastrukturen für die biologischen Wissenschaften weiterzuentwickeln – und die Zusammenarbeit nahm 2026 so richtig Fahrt auf: Auf den gemeinsamen Workshop im April dieses Jahres folgten nun zwei wissenschaftliche Konferenzen: die NFDI4LifeSciences-Konferenz und die Boosting Biodata Bootcamp Conference.
Beide Konferenzen richteten sich an zwei zentrale Zielgruppen der Biodata IG: Die Entwicklercommunity der Infrastrukturen, Tools und Services traf sich vom 2. bis 4. September 2026 am Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben. Darauf folgte die Community-Konferenz, die sich vor allem an Anwender:innen richtete: Vom 15. bis 17. September standen an der RWTH Aachen das angewandte Forschungsdatenmanagement in Labor und Feldforschung sowie die unterstützenden Angebote der Biodata-IG-Konsortien im Mittelpunkt.
Eindrücke der NFDI4LifeSciences-Konferenz
Die gemeinsam mit dem 20. International Symposium on Integrative Bioinformatics ausgerichtete NFDI4LS Conference on Integrative Bioinformatics wurde von NFDI4Biodiversity, DataPLANT und FAIRagro organisiert und brachte 71 Teilnehmende aus sechs Ländern zusammen.
Das wissenschaftliche Programm umfasste sieben Keynotes, 23 Vorträge und 18 Posterpräsentationen. Ein Blick ins Abstract-Book veranschaulicht die Vielfalt der Themen: von Metadatenstandards und KI-gestützter Datenkuration bis hin zu FAIRen Forschungsdaten (also Daten, die "findable", "accessible", "interoperable" und "reusable" sind) und Forschungsdateninfrastrukturen. NFDI4Biodiversity war mit mehreren Talks und Postern vertreten. Der Best Poster Award ging an Sarah Büker von der Universität Bremen für ihren Beitrag "What Is Your Favourite Bird? Using biodiversity data to teach data literacy across disciplines".
Neben dem wissenschaftlichen Programm boten die Postersession mit Grillabend, eine Stadtführung und das Konferenzdinner Gelegenheit, den Austausch zwischen den Konsortien zu vertiefen und neue Kontakte zu knüpfen. Ein besonderer Dank gilt allen Teilnehmenden, den Mitveranstaltern sowie de.NBI (ELIXIR Germany) und Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die die Veranstaltungen gefördert haben.
Vernetzen und Lernen beim Boosting Biodata Bootcamp 2026
Mitte September fanden sich rund 130 Teilnehmende aus verschiedensten Fachdisziplinen in Aachen zusammen. Organisiert wurde die Veranstaltung aus der Biodata Interest Group heraus von den Konsortien NFDI4Microbiota, NFDI4BIOIMAGE, NFDI4Biodiversity, FAIRagro und DataPLANT. Um den Community-Austausch zu fördern, stellte NFDI4Biodiversity zwei Reisestipendien zur Verfügung.
Mit 13 Workshops, zwölf Vorträgen und zwei Keynotes bot das Programm vielfältige Möglichkeiten zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung. Insbesondere die Workshops erlaubten einen detaillierten Einblick in die Services und Best Practices rund um das Datenmanagement verschiedenster Datentypen. NFDI4Biodiversity beteiligte sich an drei Workshops zu Datenmanagementplänen, Datenpublikation und Datenkuration, war mit Postern vertreten und präsentierte sich auf dem Software Marketplace, unter anderem mit den Anwendungen ARUNA, BIIGLE, BEXIS sowie den GFBio-Services (Näheres zu den Services des Konsortiums finden Sie hier).
Als besonderes Highlight wurde in der Abschlusssession am Donnerstag der FAIR Data Award verliehen. Charlie Pauvert erhielt die Auszeichnung für seinen Talk "A massively parallel cultivation platform for strain-level characterization of personalized microbial communities", der die vielfältigen Herausforderungen im Forschungsdatenmanagement, Lösungsansätze und noch offene Fragen aufzeigte. Ein FAIRes Pub-Quiz, gemeinsame Abendessen und viel Raum für Austausch und Diskussion rundeten das Bootcamp ab.
Beide Konferenzen boten reichlich Gelegenheit, den Austausch über Fach- und Konsortialgrenzen hinweg zu vertiefen, unterschiedliche Anforderungen und Herausforderungen im Forschungsdatenmanagement kennenzulernen und gemeinsam Lösungsansätze zu diskutieren. Zugleich zeigten sie, wie die Zusammenarbeit innerhalb der Biodata Interest Group den Dialog zwischen der Entwicklung von Forschungsdateninfrastrukturen und ihrer praktischen Anwendung stärken kann.
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