News | 13. Juni 2023 | Katharina Frohne

“Daten sind Herzblut”: Die NFDI auf der Herrenhäuser Konferenz

“Herzblut”, “ein wichtiger Teil von mir”, “die Kinder der Wissenschaftler:innen” – diese Antworten gaben Forschende auf die Frage, was ihnen ihre Forschungsdaten bedeuten. Emotionale Statements, mit denen die Soziologin Eva Barlösius ihren Vortrag auf der Herrenhäuser Konferenz Datenräume in Deutschland und Europa gestalten am 24. und 25. April 2023 einleitete.

Die Formulierungen der Forschenden spiegelten dabei wider, was auch viele Redner:innen der Veranstaltung in ihren Beiträgen thematisierten: Dateninfrastrukturen sind nicht nur technische, sondern auch soziale Konstrukte. Es gelte Menschen inner- und außerhalb der Konsortien mitzunehmen, zur Mitgestaltung einzuladen und von der Relevanz und den Vorteilen guten Forschungsdatenmanagements zu überzeugen. 

NFDI im Fokus

Rund 120 Teilnehmende aus Wissenschaft, Politik und Forschungsförderung hatten sich auf Einladung der Volkswagenstiftung und des Rats für Informationsinfrastrukturen (RfII) im Xplanatorium an den Herrenhäuser Gärten eingefunden, um sich darüber auszutauschen, wie der Aufbau beständiger Forschungsdateninfrastrukturen gelingen kann. Klarer Mittelpunkt der Diskussion war dabei die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI), die mit einem Vortrag von Direktor York Sure-Vetter sowie einem großen, von elf Konsortien gemeinsam organisierten Infostand vertreten war. 

"Der Witz an der Sache ist auch der lange Atem", kommentierte Petra Gehring, Vorsitzende des RfII, einleitend das Großprojekt NFDI. Nachhaltige Strukturen für die bessere Verfügbarkeit von (Forschungs-)Daten aus den Fachdisziplinen heraus zu schaffen, erfordere Zeit sowie einen permanenten Austausch innerhalb der Fachcommunities sowie auch untereinander.

Erfahrungsaustausch und Vernetzung

Dafür bot die Konferenz reichlich Gelegenheit: Zwischen eindrücklichen Vorträgen und Diskussionen boten mehrere Infostände – neben NFDI vom NFDI4Biodiversity-Partner Museum für Naturkunde Berlin und dem Bundesamt für Naturschutz – sowie eine Postersession die Möglichkeit, mit anderen Besucher:innen ins Gespräch zu kommen. 

Großes Interesse zog dabei auch der gemeinsam angebotene Infostand der NFDI auf sich, der an beiden Tagen sehr gut besucht war. Da die NFDI als Vorhaben den meisten Besucher:innen bekannt war, betrafen Nachfragen vor allem die konkrete Organisation der Konsortien intern oder untereinander: Wie arbeitet NFDI4Biodiversity? Wo sitzen die Mitarbeitenden, die man vereinzelt aus Zoom-Konferenzen kennt? Wie vernetzen sich die Konsortien miteinander, mit ihren Fachcommunities und mit anderen ähnlichen Initiativen? Und vor allem: Was heißt das eigentlich genau: “eine Dateninfrastruktur aufbauen”?

Eine Dateninfrastruktur aufbauen, was bedeutet das eigentlich? – Lektüre- und Hörtipps

Gerade im Zusammenhang mit letzterer Frage wurde erneut deutlich, wie wichtig es ist, dieses oftmals abstrakt erscheinende Vorhaben durch konkrete Beispiele greifbar zu machen. Ein Angebot in dieser Sache ist diese Übersicht, in der wie die sogenannten NFDI4Biodiversity-Use-Case-Projekte vorstellen: konkrete Vorhaben, in denen wir Datenhaltende dabei unterstützen, ihren spannenden Wissensschatz einer breiteren Nutzerschaft, darunter Akteur:innen aus Forschung und Politik, zugänglich zu machen. Einer dieser Use Cases ist die Gesellschaft der Ichthyologie, die mit ihrem Fischartenatlas über mehr als 100.000 Datensätze zur Verbreitung aller regionalen Arten verfügt; ein anderer die Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen e.V., die über zwei Millionen Datenpunkte zum Vorkommen verschiedener Libellenarten verfügt.

Auch die erst kürzlich erschienene Folge des Podcasts Digitalgespräch mit der stellvertretenden NFDI4Biodiversity-Sprecherin Barbara Ebert bietet interessante Einblicke in den Aufbau einer Plattform für Forschungsdaten zur Biodiversitätsforschung. Fokus des Austauschs liegt dabei auf den vielseitigen Anforderungen, die ein solches Projekt an alle Beteiligten stellt, und die Hürden, die es zu überwinden gilt.

Wir wünschen viel Spaß beim Anhören, Stöbern und Entdecken – und freuen uns immer über Fragen über unser Kontaktformular.


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